Das traditionelle Kunstlicht

© Rob Byron - Fotolia.de
Sie war stets ein treuer Begleiter für zahlreiche Haushalte, dennoch steht sie kurz vor dem Aus. Bis 2012 soll die traditionelle Glühbirne vom heimischen Markt genommen werden. Was die Umwelt freut, erzürnt zahlreiche Menschen, die sich nicht an das Licht der neuen energiesparenden Lampen gewöhnen wollen. Anlässlich des nahen Abschieds wollen wir zu ihren Wurzeln zurückgehen und die Frage stellen, wer das wegweisende Leuchtmittel eigentlich erfunden hat. Denn wie so oft im Leben ist die geläufige Antwort – Thomas Alva Edison – nicht zwangsläufig auch die richtige.
Eine Glühbirne, viele Erfinder
Richtig ist, dass Thomas Edison die Glühbirne in zentralen Punkten verbesserte und ihre Benutzung populär machte. Als eigentlicher Erfinder kann der amerikanische Forscher aber nicht gelten. Bereits vor ihm befassten sich zahlreiche Wissenschaftler und Tüftler mit dem Phänomen und trugen so entscheidend dazu bei, dass wir unsere vier Wände heute mit Lampen und Leuchten illuminieren können. Einer der ersten, der sich mit der Erzeugung von Licht befasste, war der Engländer Sir Humphry Davis. Bereits in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts erzeugte er zwischen zwei Kohlestäben eine Entladung und sorgte so für Erleuchtung – im wahrsten Sinne des Wortes, gilt sein Werk doch als wegweisend für spätere Forscher. Auf ihn folgten weitere Wissenschaftler wie der Schotte James Bowman Lindsay, der im Jahre 1835 Licht mithilfe einer experimentellen, nicht alltagstauglichen Glühbirne erzeugte, oder Frederick de Moleyns im Jahre 1841. Auch der britische Chemiker und Physiker Joseph Wilson Swan befasste sich mit der Entwicklung der Lampen. Im Jahre 1878 gelang es ihm schließlich eine elektronische Leuchte zu konstruieren – noch bevor Edison 1879 seine Entwicklung präsentierte. Beide Forscher beanspruchten das Patent für sich, was in einem ausgewachsenen Streit gipfelte, den Edison schließlich für sich gewinnen konnte.
Patentansprüche aus Deutschland
Auch ein deutscher Tüftler beanspruchte das Patent für sich: der niedersächsische Feinmechaniker Heinrich Göbel. Er behauptete, bereits im Jahr 1854 die erste funktionsfähige Glühbirne zum Leuchten gebracht zu haben. Als Basis für die Leuchten dienten ihm verkohlte Bambusfedern, die er in leeren Parfümflasche zum erglimmen gebracht haben will. Im Zuge des Rechtsstreits zwischen Edison und Swan meldete sich dann auch Göbel zu Wort und forderte die Patentrechte für sich, was ihm 1893 gelang. Den Erfolg konnte Göbel allerdings nicht mehr gebührend genießen – im gleichen Jahr verstarb er.
Pionier der Glühbirne
Auch wenn Thomas Alva Edison nicht als Erfinder der Glühbirne gelten kann, hat er sie doch geprägt wie kein anderer. So etwa forschte er nach dem perfekten Draht, der eine besonders lange Brenndauer hat, und erfand das sogenannte „Edison-Gewinde“. Zu guter Letzt sorgte Edison für die Verbreitung der neuen Lampen auf dem Markt und half dabei, Problemen wie dem mangelhaft ausgebauten Stromnetz ein Ende zu setzen. Thomas Alva Edison ist also, wenn schon nicht der Erfinder der Glühbirne, zumindest ihr bedeutendster Wegbereiter.
Tags: Edison, Glühbirne, Lampen
Weitere Artikel:
Dieser Artikel wurde
am Donnerstag, 19. August 2010
in der Kategorie WISSENSWERTES veröffentlicht.